Wie Tweed Hunger niederkämpfte

Tweed ist ein einzigartiger Stoff. Er ist nicht nur schön, sondern auch dauerhaft. Nicht nur warm, sondern auch dicht. Er sitzt elegant, darüber hinaus widersteht er dem Unwetter. Und damit nicht genug, seinerzeit rettete Tweed ein ganzes Gebiet vor furchtbarem Hunger. Das geschah dank einer wunderschönen Frau.

Kartoffelkrankheit

Im 19. Jahrhundert spielte Kartoffel im Leben von irischen und schottischen Landwirten eine wichtige Rolle. Die ärmste Bevölkerung, die unter unangemessene Steuern litt, rettete sich vor Hunger dank der Kartoffel. Kartoffel kam nach Großbritannien ungefähr am Ende des 16. Jahrhunderts und wurde gleich allgemein beliebt. Das ist kein Wunder, da die Erdfrüchte sogar auf dem unfruchtbaren Boden wuchsen und einen hohen Ernteertrag gaben. Kartoffel aßen Menschen und Vieh, sie war der Hauptteil der alltäglichen Nahrungsration.

Desto schrecklicher war die Katastrophe, die 1845 in Europa ausbrach. Sie betraf viele Länder, am schwersten war Irland betroffen, Schottland war auch in den 1846-47-er nicht leicht. Die Katastrophe bestand in Missernte von Kartoffel, aber das war nicht einfach Missernte, sondern Kartoffelkrankheit namens Knollenfäule. Diese Infektion verbreitet sich durch Erdströme und Wassertropfen und sammelt sich im Boden an.

Durchseuchte Knollen verrotteten gleich im Boden und in Speicher, die ganze Ernte wurde verletzt. Darüber hinaus musste man im nächsten Jahr schon infizierte Kartoffel bauen, was natürlich zu neuen Missernten führte. Menschen blieben ohne Arbeit, ohne Geld und ohne ihre Hauptnahrungsquelle. Man weiß nicht, wie das enden konnte, wenn unternehmungslustige Catherine Murray, Witwe vom Graf von Dunmore sich nicht einmischte.

Cherchez la femme

Lady Dunmore verstand, dass Webereientwicklung helfen konnte, die Katastrophe im Gebiet zu bewältigen. Zuerst bestellte sie einen Posten von Kleidung aus Tweed für ihre Jäger, Tartan in Familienfarben. Wenn sie ihn bekam, schätzte die Dame den möglichen Erfolg, den Herstellung von diesem Stoff bringen konnte, und zugleich fand sie Qualitätsnachteile, die der Stoff damals hatte.

Man kann sagen, dass Catherine Murray die Grundlagen der Wirtschaftslehre verstand: Das einzigartige Angebot, das das Gebiet hatte. Probleme mit der Qualität konnte man mit Hilfe von technischem Fortschritt lösen, womit die Lady sich beschäftigte: Sie bestellte Ausrüstung nach dem neusten (zu jenem Zeitpunkt) Stand der Technik. Außerdem begründete die Gräfin Schulungskurs und Fortbildungskurs für lokale Weber, wo man mit neuen Maschinen zu arbeiten lernte.

Tweed begann außerhalb des Gebietes an Popularität zu gewinnen, Anbringung steigerte, und der Markt wurde bald erobert. Der einzigartige Stoff wurde nationales Eigentum, und zugleich rettete er hungernde Landsleute.


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